Download
historischer Rückblick als PDF
Plakat-Schmeer 2015.pdf
Adobe Acrobat Dokument 162.9 KB

Im Jahre 1897 gründete der 1868 in Bischmisheim geborene Richard Schmeer im Alter von 29 Jahren seine eigene Firma. Bis zu diesem Zeitpunkt war er als Buchhalter auf der Halberger Hütte tätig gewesen und brachte damit schon ein gerütteltes Maß an betriebswirtschaftlichem "Know-how" als Jungunternehmer auf den Erfolgsweg des Hauses ein.

Erster Standort war die damals noch kaum bebaute Fläche in Höhe Mainzer Straße - Ecke Rosenstraße, angrenzend an das historische St. Johann. Vom ersten Tag an firmierte der Betrieb als Großhandlung für Installations- und Kanalisationsbedarf.

Der Entwicklung des jungen Betriebes kam zu Gute, daß in jenen Jahren in unserer Landeshauptstadt das Kanalnetz ausgebaut wurde.

Umsatzfördernd wirkte sich dazu aus, daß in den vielen Saarbrücker Wohnungsneubauten dieser Jahre, erstmalig Toiletten und Badinstallationen eingebaut wurden. Man nutzte die gute Konjunktur und expandierte.

So war es nicht verwunderlich, daß bereits 1904 der Umzug der Firma Schmeer in das neu erbaute Wohn- und Geschäftshaus Mainzer Straße 46 mit vergrößerter Lagerfläche, stattfinden konnte.

Als Freilager für Tonrohre, Gußrohre und Zementrohre diente der Bereich der heutigen Großherzog-Friedrich-Straße, welche damals noch fast völlig unbebaut war. In den 20er Jahren, der 1. Weltkrieg mit all seinen Wirren für das Saarland war gerade überstanden, traten auch die beiden Söhne Richard und Paul Schmeer in den elterlichen Betrieb ein. Ihr Vater Richard Schmeer sen. verstarb 1936.

Kurz nach der Rückgliederung des Saarlandes an das damalige Deutsche Reich, eröffnete die Firma Richard Schmeer KG Mitte der 30er Jahre, eine der ersten Musterausstellungen für Bäder und Warmwasserbereiter an der Saar.

Der zweite Weltkrieg brachte Saarbrücken zwei Evakuierungen. Jedesmal wurde der Betrieb mit seinem Warenlager nach St. Wendel ausgelagert, um dort auch unter schwierigsten Bedingungen weitergeführt zu werden.

Die Nachkriegsjahre gestalteten sich recht mühsam für die Betriebe der Branche in dieser Region. Als Zahlungsmittel diente damals noch der Franc, und das Unternehmen war politisch bedingt von vielen angestammten deutschen Lieferanten abgeschnitten. Erst mit dem Beginn der 60er Jahre zogen Baukonjunktur und die Umsätze wieder deutlich an.

Im Jahre 1967 verstarb der ältere ,Geschäftsführer, Richard Schmeer, und von diesem Zeitpunkt an leitete der jüngere Bruder Paul Schmeer alleine die Geschicke des Unternehmens. Nach dessen Tod trat ab 1977 seine Tochter Ursula Fleißner an seine Stelle.

Schon in diesen Jahren machten sich Platz- und Kapazitätsprobleme bemerkbar. Um den angestammten Standort nicht verlassen zu müssen, löste man das Prolem durch Zukauf bzw. Anmietung von angrenzenden Räumlich keiten.

Ursula Fleißner übergab dann ihrem Sohn Hanno die Geschäftsführung in vierter Generation mit dem Jahreswechsel 1989. Immer mehr wurde erkennbar, dass trotz moderner EDV und verbesserter Technik, das Unternehmen an seinem bisherigen Standort, an die Grenzen des Machbaren stieß.

Ausschlaggebender Moment, den fast 100 Jährigen Standort zu verlassen, war die Ankündigung des Baues der Saarbrücker Stadtbahn. Ab diesem Zeitpunkt stellte sich damit für das Unternehmen, das sowohl von Lieferantenlieferungen per Lkw, als auch von der Anfahrt und Parkmöglichkeit der Kunden abhängig war, eine Standortfrage. Mit Beginn des Stadtbahnbaus begann dann auch gezielt die Suche nach einem alternativen Grundstück, und man wurde fündig. Da sich die Handwerkerkunden für Reparatur und Ersatzteilbedarf an den Standort in der Altstadt gewohnt hatten, kam für den neuen Firmensitz nur ein Grundstock in Citynähe in Frage. Um die günstigste Infrastruktur zu nutzen, fiel die Wahl schließlich auf den Handwerkerpark in Malstatt, eine Teilfläche der Saar-Terrassen. Mit Baubeginn im August 1996 wurde dann in nur zwölfmonatiger Bauzeit auf dem 5.000 qm großen Grundstück eine Lagerhalle sowie 1.200 qm Ausstellungs- und Verkaufsfläche erstellt.

Für Interessenten stehen ca. 40 Musterbäder zur Besichtigung bereit. Das 700 qm große Fachcenter bietet dem Handwerker, wie auch dem "Selbermacher" eine breite Auswahl von Produkten namhafter Hersteller der Sanitar- sowie Heizungsbranche und laßt keine Wünsche offen. Hier kann der Kunde sich auch selbst bedienen oder seine Artikel in Ruhe aussuchen. Wie in der Vergangenheit gewohnt, kann er sich aber auch an einer der Verkaufstheken von fachgeschultem Personal bedienen lassen. In jedem Fall aber bietet das neue Schmeer-Fach-Center jetzt auf neuem Gelande ein noch "Mehr" an Leistung, Auswahl und Service - fachkompetent begründet auf einer 100 Jährigen Tradition.